Nachtzug nach Brüssel

umweltGestern ist der erste Nachtzug der ÖBB von Wien nach Brüssel gefahren. Natürlich ganz mediengerecht, mit 10 unserer EU-Abgeordneten an Bord. Das ist richtig nett und grün, und unsere Politiker sind auch genau jene Leute, die am meisten Flugscham haben sollten.

Aber ganz ehrlich, mit einer Reisezeit von knapp über 14 Stunde ist das Angebot für ernsthaft Berufstätige keine dauerhafte Alternative zum Fliegen. (Der Kiebitzer weiß das aus eigener, leidvoller Erfahrung, und er musste im schlimmsten Fall nur 1x pro Woche in den Nachtzug.)

Wenn es ums grüne Gewissen geht, wäre es viel sinnvoller, im Vorfeld festzustellen, ob man sich die Pendlerei nicht überhaupt sparen könnte. Angebote wie Livestreams oder Videokonferenzen übers Internet gibt es ja zur Genüge. Nur sind die halt bei weitem nicht so fotogen.

2 thoughts on “Nachtzug nach Brüssel

  1. Mit ca. 10.000 EUR kann man einen vollausgestatteten Videobesprechungsraum einrichten. (Habe das vor kurzem für meine Firma recherchiert.) Selbst wenn man den alle paar Jahre auf den letzten Stand bringt, wäre es billiger als die div. Reisekosten. Aber da können sich die Politiker dann keine Tagsätze einstreichen… >.>

    1. Und auch keine Lobeshymnen in den Zeitungen. Es wurde doch echt berichtet, wie unsere Politiker am anderen Ende wieder ausgestiegen sind aus dem Nachtzug. Einhelliges Kommentar: “11 Uhr vormittags ankommen ist schon ein bissi spät…” Das hätte man im vorhinein gewusst, hätte man nur den Fahrplan gelesen…

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