Der erste Schritt zum Überwachungsstaat

Ohne KategorieDer Corona Virus hat Europa fest im Griff. In Österreich wurden diverse Maßnahmen, insbesondere die Ausgangssperre gerade bis Ostern verlängert. Der Kiebitzer findet es wirklich interessant, dass sich die meisten Leute an die Ausgangssperre halten. Gut, es gibt natürlich immer solche, die grundsätzlich gegen alles sind, aber mit denen wird man fertig. Es ist allerdings zu erwarten, dass noch mehr Menschen die Ausgangssperre brechen werden, je länger sie dauert. Irgendwie ist das auch verständlich, Stichwort Lagerkoller.

Genauso verständlich ist, dass die Regierung wissen möchte, ja: wissen muss, ob die Ausgangssperre eingehalten wird und die Leute wirklich brav zuhause sitzen. Da ist es doch wunderbar, dass heutzutage praktische jeder mittels Smartphone/Handy seinen Standort rund um die Uhr kundtut! Ein paar Mal täglich abgefragt und die Sache ist erledigt.

Das hat sich auch A1 gedacht und, weil zurückhaltend nur beim Kundendienst, nimmt die Vorreiterrolle ein und bietet der Regierung Bewegungsprofile ihrer Kunden an, anonymisiert, selbstverständlich. Nocheinmal um das deutlich zu machen: BIETET AN, offenbar ohne dass irgendwer um die Daten gebeten hätte.

Der Kiebitzer findet das höchst bedenklich, wer weiß, was die sonst noch so alles mit diesen und anderen Daten anstellen. Heutzutage sind alle Arten von Kundendaten, je persönlicher, desto besser, viel Geld wert, quasi ein immaterielles Betriebsvermögen. Und der heiligen Kuh Profit kann man nicht genügend Opfer bringen, schon gar nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen.

Eine einfache Lösung gibt es nicht, aber auch jetzt bleibt es so, dass der Zweck nicht alle Mittel heiligt.

4 thoughts on “Der erste Schritt zum Überwachungsstaat

  1. Man darf ja trotzdem noch spazieren gehen und in Parks und auf Spielplätze. Hier wird an die Anständigkeit der Leute appeliert. XD Im Großen und Ganzen scheint es aber selbst in Wien ganz gut zu funktionieren. Ich war heute spazieren (ich hatte auf weniger Leute bei Schlechtwetter gehofft) und bin dann am Hauptbahnhof in den Interspar zum Einkaufen. Überraschend viel los, aber die Leute halten brav Abstand. In den Regalreihen sind nie mehr als 2 Leute und an der Kassa legt der nächste erst auf, wenn der vor ihm schon beim Bezahlen ist. In den Öffis sind vielleicht 2-3 Leute pro Wagon/Bus unterwegs.
    Problematischer sehe ich es für Kinder, die nicht mehr mit anderen Kindern spielen können oder bei häuslicher Gewalt wenigstens in der Schule einen sicheren Ort und ggf. einen Ansprechpartner hatten.
    Hoffen wir mal, dass es sich mit Mitte April langsam wieder normalisiert. Je besser sich die Leute an die Maßnahmen halten, desto eher kann man die Maßnahmen wieder lockern.

    1. Stimmt, sind ja “nur” Ausgangsbeschränkungen und keine Ausgangssperre. 😉
      Es ueberrascht mich ehrlich gesagt, wie viele Leute sich an die Empfehlungen halten. Hätte ich mir nicht gedacht!

      Ich glaube es hoffen alle, dass das bald wieder vorbei ist. Momentan ist es schwer abzuschätzen, die Fallzahlen zumindest gehen nach wie vor nach oben…
      Alles Gute in die Heimat!

      1. Lieber Herr Kiebitzer!
        Diesmal bin ich ausnahmsweise zu 100% Ihrer Meinung.
        Zur Vertiefung des Themas empfehle ich die Lektüre des Beitrags von Yuval Noah Harari zum Thema “The world after coronavirus”, free to read in der Financial Times.
        Wenn wir nicht verdammt aufpassen, werden die derzeitigen Maßnahmen nicht nur 4 Wochen, sondern weit in die Zukunft wirken! Ich glaube nicht, dass wir das wollen sollten…
        Hochachtungsvoll,
        Ihr Charadrius

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