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Corona Ostergeschenk

Ohne KategorieUnsere Regierung ist mit ihren Maßnahmen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie zufrieden. Die Quarantäne in Tirol wurde gerade aufgehoben, und nach Ostern soll schrittweise der Normalzustand wiederhergestellt werden. Gottseidank kann man dazu nur sagen, weil damit gewisse Ideen hoffentlich in diesem Zustand stecken bleiben und nicht verwirklicht werden.

Obwohl, die Sache mit der verpflichtenden Überwachung der Österreicher mittels App ist noch nicht völlig vom Tisch, überhaupt wo das Rote Kreuz dankenswerter Weise so eine App entwickelt hat. Und diverse Dinge wie längerandauernde Reisebeschränkungen wurden auch ventiliert, wobei es in einem freien Europa bzw. einer freien Welt schwierig werden dürfte, das auch durchzuziehen. Gut, eine Reihe von Fluglinien haben ihren Betrieb ohnehin bis auf weiteres eingestellt, da ist das im Moment kein vordringliches Problem.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage wirklich nachhaltig entspannt und dass die momentane Ruhephase nicht nur die Ruhe vor dem Sturm darstellt.

Matura ausfallen lassen – wieso?

Ohne KategorieDie Schulen sind zu, nicht nur in Österreich, sondern in mehr als 130 Ländern weltweit. So lange werden die Kinder zuhause unterrichtet, und je nach persönlichem Einsatz aller Beteiligten im Schüler-Lehrer-Eltern Triumvirat funktioniert das besser oder schlechter oder auch gar nicht. Das ist natürlich ein Problem, und die Lösung diverser “Experten” sieht so aus, dass man Test, Schularbeiten und Abschlußprüfungen wie die Matura einfach ausfallen lässt dieses Jahr.

Gut, teilweise versteht der Kiebitzer den Vorschlag sogar. Jüngere Kinder müssen entsprechend zum Lernen motiviert werden und brauchen auch gewisse Rahmenbedingungen wie einen fixen Stundenplan. Räumliche Trennung von zuhause macht häufig auch einen Unterschied. Und auch die involviertesten Eltern können von Pädagogik keine Ahnung haben – wozu auch, dafür gibt es ja die Schule.

Bei der Matura sieht der Kiebitzer das allerdings völlig anders. Die ist nicht umsonst eine “Reifeprüfung”. Da reden wir schließlich von 18/19jährigen, die die Pflichtschule schon längst hinter sich haben und genug Eigenmotivation aufbringen sollten um sich selbstständig hinzusetzen und den Maturastoff zu lernen. In “normalen” Jahren ist das ja auch nicht großartig anders.

Man darf nicht vergessen, dass die meisten Absolventen einer höheren Schule ein halbes Jahr nach der Matura ein Studium beginnen möchten. Wenn man die noch an der Hand zur Matura leiten muss, brauchen die auf der Uni gar nicht erst immatrikulieren. Dort ist der Umfang jeder einzelnen Prüfung mit dem der Matura zu vergleichen, wenn man das nicht schafft, braucht man gar nicht erst anzutreten.

Natürlich leben wir im Moment in einer Ausnahmesituation. Dem darf auch Rechnung getragen werden, auf allen Seiten. Man könnte die Matura etwa auf mehrere Termine aufteilen – heute Mathe und Deutsch und in 2 Wochen Englisch und wasweissich. Oder man könnte die schriftliche Matura überhaupt erst im August stattfinden lassen. Dann müssten auch die Unis mit ihren Aufnahmsprüfungen flexibler sein, terminlich zumindest. Oder die Nachfrist zur Immatrikulation verlängern.

Es gäbe genügend Varianten dem Problem Herr (oder Frau) zu werden. Man müsste sich nur hinstellen und eine davon durchziehen. Dem Leben muss man sich stellen können, und Schwanz einziehen und auf Hilfe warten ist im echten Leben meistens keine gute Idee. Auch etwas, das man bei einer Reifeprüfung lernen sollte.

Der Held mit den Masken

Ohne KategorieUnsere Bundesregierung ist gerade dabei, die Anti-Corona Maßnahmen ordentlich zu verschärfen. Zum Beispiel muß jeder, der ab 1. April einkaufen geht, eine der aus diversen Arztserien bekannten OP-Masken tragen. Nein, das ist kein Scherz.

Die Maßnahme ist durchaus sinnvoll, auch wenn diese Art der Masken eine Ansteckung mit dem Virus aktiv nicht verhindern können. Es geht dabei darum, andere Menschen passiv zu schützen, wenn man selbst krank ist oder es sein könnte. Und wenn jeder so eine Maske aufhat, wird eine Ausbreitung des Virus auf jeden Fall verlangsamt. Und genau darum geht es ja bei all diesen Maßnahmen.

In Ostasien hat man derartiges den Menschen schon seit Jahrzehnten eingetrichtert, was unter Umständen auch mit ein Grund ist, warum Japan und Südkorea die Corona Pandemie bislang halbwegs im Griff haben.

Leider gibt es ein kleines Problem für unseren Wunderwuzzi Kurz: Wo will er denn die ganzen OP Masken (angeblich 4 Millionen am Tag) auftreiben? “Seit Tagen” bemüht er sich schon darum, das ist schön, aber hier in Japan sind sie schon seit Wochen ausverkauft und in anderen Ländern, wo man sie standardmäßig trägt und entsprechend groß produziert, sieht es wahrscheinlich nicht viel besser aus.

Es ist auch nicht sinnvoll, ein ohnehin knappes Gut noch weiter zu verknappen und damit den Menschen, die diese Masken wirklich dringend brauchen – Pflegepersonal, Hausärzte und deren Sprechstundenhilfen, also überall wo “irgendetwas” besser ist als “gar nix” – vorzuenthalten.

Der Kiebitzer schaut sich das weiterhin an. Ohne Mundschutz, aber aus sicherer Entfernung…

Die Unbelehrbaren 5%

Ohne KategorieÖsterreichs Ausgangsbeschränkungen gelten bis Ostermontag, und anscheinend halten sich auch 95% der Leute daran, etwas, das sich der Kiebitzer nie hätte vorstellen können. Bleiben 5% der Einwohner, die offenbar glauben, sie wären unverwundbar und auch sonst die Ausnahme und überhaupt. Beispiele gefällig?

  • Leute, die nach Slowenien fahren wegen ein paar Tschick.

Sucht ist dem Kiebitzer ja nicht fremd, aber: echt jetzt? Wie kann man die überhaupt über die Grenze lassen, nur so eine Frage an die Beamten vor Ort.

  • Der steirische FPÖ Landesrat Hirschmann, der musste ganz dringend seinen Tennisclub “managen”, mit ein paar Freunden, ein paar Bier und Pizza.

Der Herr hat mittlerweile alle seine Ämter zurückgelegt. Gut so! So krisenfest der Job auch sein mag, als Politiker hat man eine gewisse Vorbildfunktion. So oder so.

  • Die junge Tschechin, die aus dem Tiroler Quarantänegebiet aufgebrochen ist, um eine Bergtour zu machen.

Fairerweise muß man sagen, daß sie offenbar alleine unterwegs war, und sie mit ihrem Ausflug theoretisch niemanden krank oder Umstände gemacht hätte. Praktisch hat sie sich allerdings in einem Schneefeld verfranzt und mußte einen Notruf absetzen. Bei Ankunft im Tal wurde ihr eine Anzeige überreicht. Eine saftige Rechnung der Bergrettung kommt hoffentlich noch nach.

  • Diverse Leute in diversen Onlineforen, die es immer noch nicht kapieren.

Die sich beschweren, daß die Regierung (!) durch die Maßnahmen ihr Leben zerstört (!!) und das ihrer Familie gleich mit (!!!) Wos? Meine lieben Vollhirnis: Ihr müßt 4 Wochen zuhause bleiben, damit ihr danach überhaupt noch ein Leben habt und eine Familie! Und wenn ihr keine 4 Wochen mit eurer Familie aushaltet, ist euer Leben wahrscheinlich jetzt auch nicht so super daß man da großartig etwas zerstören könnte.

Also noch einmal, speziell an die 5%: Die Lage ist ernst. Wirklich. Ihr müßt das jetzt nicht verstehen oder mögen oder irgendwas. Ihr müßt euch einfach an die Maßnahmen halten. Je mehr Leute das tun, desto schneller ist alles wieder vorbei. Dankeschön.

Der erste Schritt zum Überwachungsstaat

Ohne KategorieDer Corona Virus hat Europa fest im Griff. In Österreich wurden diverse Maßnahmen, insbesondere die Ausgangssperre gerade bis Ostern verlängert. Der Kiebitzer findet es wirklich interessant, dass sich die meisten Leute an die Ausgangssperre halten. Gut, es gibt natürlich immer solche, die grundsätzlich gegen alles sind, aber mit denen wird man fertig. Es ist allerdings zu erwarten, dass noch mehr Menschen die Ausgangssperre brechen werden, je länger sie dauert. Irgendwie ist das auch verständlich, Stichwort Lagerkoller.

Genauso verständlich ist, dass die Regierung wissen möchte, ja: wissen muss, ob die Ausgangssperre eingehalten wird und die Leute wirklich brav zuhause sitzen. Da ist es doch wunderbar, dass heutzutage praktische jeder mittels Smartphone/Handy seinen Standort rund um die Uhr kundtut! Ein paar Mal täglich abgefragt und die Sache ist erledigt.

Das hat sich auch A1 gedacht und, weil zurückhaltend nur beim Kundendienst, nimmt die Vorreiterrolle ein und bietet der Regierung Bewegungsprofile ihrer Kunden an, anonymisiert, selbstverständlich. Nocheinmal um das deutlich zu machen: BIETET AN, offenbar ohne dass irgendwer um die Daten gebeten hätte.

Der Kiebitzer findet das höchst bedenklich, wer weiß, was die sonst noch so alles mit diesen und anderen Daten anstellen. Heutzutage sind alle Arten von Kundendaten, je persönlicher, desto besser, viel Geld wert, quasi ein immaterielles Betriebsvermögen. Und der heiligen Kuh Profit kann man nicht genügend Opfer bringen, schon gar nicht in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen.

Eine einfache Lösung gibt es nicht, aber auch jetzt bleibt es so, dass der Zweck nicht alle Mittel heiligt.

Keine Panik!

Ohne KategorieÖsterreich hat gerade zugesperrt, dank des Corona Virus. Von 0 auf 900 Krankheitsfälle in knapp 2 Wochen ist kein Lercherlschas, die Massnahmen sind durchaus angebracht.

Es gibt jetzt 2 Typen von Menschen, je nachdem wie sie dem Problem gegenübertreten. Die einen denken sich “Awa geh, so schlimm wirds schon nicht” (und freuen sich insgeheim trotzdem über den Urlaub, ahem, die Heimarbeit). Die anderen laufen voll im Panikmodus und kaufen ABC-Schutzanzüge, Nudeln und Klopapier als düften sie die nächsten 5 Jahre nicht aus der Wohnung.

Die richtige Antwort liegt, wie immer, in der Mitte: Besorgt sein ist in Ordnung, aber Panik ist zu vermeiden. Wenn man den Kopf verliert, macht das das logische Denken nicht einfacher… Und wenn man drüber nachdenkt, ist die Situation nicht wirklich extem: Wasser, Strom, Telefon, Internet, Fernsehen… funktioniert alles nach wie vor; und man darf zum Luftschnappen vor die Tür – sofern man das alleine macht.

Gut, der Kiebitzer ist von Natur aus introvertiert, für ihn machen zwei Tage auf der Couch mit einem guten Buch und genug Schokolade und Wein ein perfektes Wochenende. Das andere Leute, die sich gerne mit Leuten umgeben, vermutlich schon in kürzester Zeit an den Wänden kratzen, versteht er allerdings auch. 

Aber gut, was soll man jetzt machen, wenn man nicht hinaus darf? Hier ein paar Tips aus der introvertierten Ecke:

  • Lesen Sie ein Buch (oder hören Sie eins). Klassiker sind immer gut, weil oftmals länger als moderne Bücher. Und besser angeben kann man auch damit. Halbwegs passend: Liebe in Zeiten der Cholera
  • Jetzt, wo es endlich genügend Zeit zum Kochen gibt, können Sie neue Rezepte ausprobieren. Kochen Sie ruhig auf Vorrat – irgendwie müssen Sie das ganze Zeug, das dank Ihnen jetzt im Supermarkt fehlt, ja aufbrauchen.
  • Apropos Vorrat: Wenn Sie jemand sind, der künstlerisch tätig ist und so Dinge wie Geburtstagsgeschenke oder Weihnachtskarten selbst bastelt, hier ist die Gelegenheit, ein paar vorzubereiten. Dies eignet sich auch als Beschäftigungstherapie für Kinder.
  • Holen Sie Ihre angefangenen Projekte heraus und machen Sie sie endlich fertig, verdammt noch einmal. Ob das der alte Sessel ist, der endlich abgebeizt gehört oder die letzte ungestrichene Ecke im Vorhaus oder der halbe Pullover, der schon seit 3 Jahren auf den linken Ärmel wartet, dies ist die Gelegenheit, sich endlich einmal so richtig gut vorzukommen.
  • Beglücken Sie Freunde, Verwandte oder andere Leute, die Sie nur oberflächlich kennen mit Briefen, Postkarten oder emails (in dieser Reihenfolge der Wichtigkeit). Nichts sagt besser “mir ist langweilig” als ein auf Büttenpapier abgefasstes handschriftliches Konvolut über die Abgründe des Teetrinkens und Abwartens.
  • Räumen Sie Ihren Computer und/oder Ihr Smartphone auf. Kein Schwein braucht 139 unscharfe und generell verwordackelte Bilder von Juniors 5. Geburtstag – überhaupt wenn Junior schon seit 7 Jahren auf der Uni ist.
  • Wenn Sie schon beim Aufräumen sind, Ihr Kleiderschrank hat das sicher auch bitter nötig. Optimismus gut und schön, aber Sie passen garantiert nie wieder in diese hautengen Jeans von vor 3 Jahren. Entledigen Sie sich der Jeans und der zugehörigen Schuldgefühle auf einmal!
  • Machen Sie Ihr Testament und erstellen Sie eine Patientenverfügung bzw. Vorsorgevollmacht. Ernsthaft jetzt. Jeder, der Kinder hat oder einen Partner, sollte auf das Unvermeidbare vorbereitet sein. Auch wenn Sie zu den 98% der Menschen gehören, die Corona überleben werden, sollten Sie Ihre Angehörigen über Ihre Wünsche für den Ernstfall informieren. Besser gleich als irgendwann.

HC is back!

WienHC Strache lässt nicht locker! Unbeeindruckt von Ibiza und diversen anderen Anschuldigungen hat er gerade verkündet, bei der Gemeinderatswahl in Wien zu kandidieren. Für das DAÖ, die neueste Abtrünnigenpartei der FPÖ.

Der Kiebitzer findet das super. Endlich hat man eine quasi offizielle Meßlatte um abzuschätzen wieviele Österreicher kein Problem haben mit Korruption, locker jeden Schwachsinn glauben und einem neuen Führerkult nicht abgeneigt sind. Immer gut zu wissen, sowas.

Finger weg von der Justiz!

OEVPUnser Bundeskanzler schreckt vor nichts zurück: Bei einem Treffen mit Journalisten hat er Unmutsäußerungen bzgl. unserer Justiz getätigt. Obwohl das Gespräch als streng vertraulich ausgewiesen war, ist doch etwas durchgesickert, und die Betroffenen fühlen sich naturgemäß angegriffen.

Kurz ist nicht dumm, dieser Schachzug ist wohlkalkuliert. Nicht vergessen, als Bundeskanzler kann er seine Sorgen direkt bei der Justizministerin deponieren. Einen Umweg über die Presse braucht er ebensowenig wie einen zwischengeschaltenen Überbringer schlechter Nachrichten – so feige wird er ja wohl nicht sein. Und er gibt auch seither keine Ruhe. Was soll das also? 

Eine unabhängige Justiz ist in einer Demokratie genauso wichtig wie die Pressefreiheit. Von beiden läßt man lieber die Finger, insbesondere als Bundeskanzler.

Übrigens ist der Vorwurf einer “roten” Justiz völlig lachhaft. Wenn dem so wäre, hätte man in der Steiermark den Prozeß gegen des Bruder eines bekannten ÖVP Politikers schon längst beendet. Aber danach schaut es auch nach dem 2. Verfahren noch nicht aus…

 

Ein Titel für alle!

Ohne KategorieIn den letzten Jahren ist der Spruch “Handwerk hat goldenen Boden” leider ziemlich aus der Mode gekommen, und das obwohl ein guter Handwerker oft mehr verdient als Absolventen gewisser geisteswissenschaftelicher Studien. Die “Lehre mit Matura” hat sich als ziemlicher Flop herausgestellt, also sucht man nach neuen Ansätzen, Lehrberufe und Handwerkertum aufzuwerten.

Zu diesem Zweck wird angedacht, dass jene Handwerker, die die Meisterprüfung abgelegt haben, diesen Titel auch offiziell führen dürfen. Und was ist offizieller als sich den Meistertitel is praktisch abgekürzter Form in den Führerschein und Reisepass eintragen zu lassen?

So weit, so gut. Man hätte gleich von Anfang an damit rechnen können, dass ähnliche Begehrlichkeiten von allen Seiten kmmen. Die erste war die Landwirtschaftskammer, die die gleichen Ansprüche stellt, weil es schließlich auch für die Bauern ähnliche Abschlüsse gebe.

Der Kiebitzer findet die Sache einigermaßen lächerlich. Erstens weil ein Titel im Reisepass kein Schwein interessiert. Ausgenommen sind Ärzte, eventuell, das kann bei Langstreckenflügen mit plötzlichen Erkrankungen ganz praktisch sein.

Zweitens, weil international nicht einmal die Bedeutung unseres guten alten Dipl.-Ing. erkannt wird, den versteht man nicht einmal im preußischen Ausland. Da wird das mit dem Mst. oder wie auch immer nicht wirklich anders sein.

Und drittens, weil bei der inflationären Vergabe von irgendwelchen Pemperltiteln, die sich die Leute dann stolz (?) umhängen, die wirklich wichtigen (wie eben der von Ärzten) irgendwann keine Aussagekraft mehr haben. Genauso gut könnte man gleich bei der Geburt irgendeinen zufälligen Titel vergeben. Na hallo, da hätte man die österreichischen Adelstitel gar nicht erst abschaffen brauchen…

Nepotismus kunterbunt

BurgenlandIst es nicht schön wenn die Parteien aller Couleurs und auf allen Ebenen der Regierung sich über ein Sachthema einig sind? Quer durch die Parteien feiert der Nepotismus fröhliche Urständ; damit die öffentlichen Gelder schön in der Familie bleiben, werden da (zukünftige) Gattinnen mit diversen Ämtern versorgt. Wie etwa Tierschutzbeauftragte, Referentin im Ministerium, Sozialreferentin in der Landesregierung…

Im letzteren Fall wird uns aus dem Burgenland mitgeteilt, dass die Auserwählte des Herrn Doskozil durchaus die nötige Kompetenz und Erfahrung für den Job mitbringt. Das ist erfreulich! Stellt sich die Frage, warum sich die Dame am freien Arbeitsmarkt (so viel es im Burgenland davon halt gibt) nicht behaupten kann oder möchte.

Aber gut, so eine frische Liebe, da möchte man jede Minute mit dem Partner verbringen. Daran wird es wohl liegen.

Update: Kaum möchte der Kiebitzer das online stellen, liest er in der Zeitung, dass die Dame den Posten doch nicht antreten wird. Weil: Sie wäre von den (negativen) Reaktionen völlig überrascht. Echt jetzt? Da kann es mit den PR-Erfahrungen ja nicht so weit her sein, wenn sie derartiges nicht vorhersehen kann… Immerhin hat sie im richtigen Moment doch noch so etwas wie ein Rückgrat gefunden.

Noten: Nicht genügend?

VorarlbergDie neue/alte Regelung, auch im 2. Schuljahr Noten statt verbaler Beurteilungen zu vergeben, stößt in gewissen Kreisen auf Ablehnung. An zwei Volksschulen in Vorarlberg nämlich, wo sich knapp die Hälfte der Eltern “weigerten, die Ziffernzeugnisse in Empfang zu nehmen” (was immer das auch heißen soll), und wo zwei Lehrerinnen aus Protest in ihren Klassen ausschließlich Zweier geben wollten. Die Sache hat sich mit dem Beginn der Semesterferien eh erledigt, aber nicht ohne dass das Bildungsministerium mit Konsequenzen drohen musste.

Der Kiebitzer versteht das Problem nicht ganz, was wahrscheinlich daran liegt, dass er selber ausschließlich mit Noten beurteilt wurde, von der Volksschule bis auf die Uni. Und er hält sich trotzdem für einen vergleichweise ausgeglichenen und normalen Menschen. Meistens, jedenfalls.

Jenen Eltern, die durch diese Art der Beurteilung schwere Schäden bei ihren Kindern an die Wand malen, sei folgendes ins Mitteilungsheft geschrieben:

  1. Noten sind nicht notwendigerweise für die Kinder gedacht, sondern als Kurzzusammenfassung für die Eltern bzgl. Juniors Leistung. Später geht es dann um den Einstieg in weiterführende Schulen, Lehrstellen bzw. Arbeitsplätze, aber da sind die Ziffern anscheinend eh kein Problem.
  2. Schulkinder vergleichen sich auch ohne Noten ständig miteinander. Die wissen ganz genau, wer die besten Deutschaufsätze schreibt, und mit wem man die Mathelösungen gar nicht erst vergleichen muss. Dazu brauchen die keine Zeugnisse, keine Tests, nur mehrere Stunden täglich, die sie miteinander in der Klasse verbringen. Und weil die Eltern da in der Regel und gottseidank nicht dabei sind, braucht es eben Zeugnisse.
  3. Und wie die genau ausschauen, ist eigentlich völlig wurscht. Kein Lehrer wird einem Schüler kommentarlos eine Note geben. Das war nicht einmal zu den Kiebitzerschen Volksschulzeiten so, wo die größte pädagogische Neuerung die Abschaffung der Prügelstrafe war.

Wahrscheinlich ist das einzige, was bei der Notengebung traumatisiert hervorgeht, das Ego gewisser Eltern, die zum ersten Mal vor der Bestätigung stehen, dass ihr Zuckerschnäuzelchen durchaus nicht alles recht und richtig macht. Und eine solche Bestätigung ist halt nicht immer leicht verdaulich.

Im übrigen ist ja wohl nicht verboten, zusätzlich zur Note eine verbale Beurteilung abzugeben. Wenn die Lehrer gerne zu jedem Schüler und jeder Note ein 5-seitiges Dossier anfertigen möchten, um das Ego der Eltern zu streicheln, dann bitte gerne! Das ist dann halt für die Lehrer, die sonst nix zu tun haben.

Brexit Day

Ohne KategorieAlles Gute zum Brexit, liebe Briten!

Seit heute ist Großbritannien also kein EU Mitglied mehr. Kurzfristig wird sich nicht viel ändern, weil nach den unzähligen Fristverlängerungen für den Austritt selbst gibt es jetzt noch eine weitere Übergangsfrist bis Ende des Jahres. Und die ist auch bitter nötig, weil die Briten nach rund dreieinhalb Jahren seit der Abstimmung es immer noch nicht geschafft haben zu Themen wie Zöllen, Aufenthalt etc. Nägel mit Köpfen zu machen. So ist das halt, wenn man nach dem Motto erst aus der Hüfte schießen, dann Fragen klären handelt.

Aber gut, mit diesem Charakterproblem hat ja nicht nur der gelbe Hohlkopf in London zu kämpfen. Es muß für ihn beruhigend sein zu wissen, dass er im orangenen Hohlkopf in Washington einen Bruder im Geiste hat.

Zweimal Absolute Mehrheit

BurgenlandKeiner weiß, wie das passieren konnte: Bei den Landtagswahlen im Burgenland hat die SPÖ doch glatt eine absolute Mandatsmehrheit eingefahren. 49,94% der Wähler stimmten für Rot, ein Wert, der den Rest der Partei anderswo gerade sehr, sehr alt ausschauen läßt. Noch immer gibt es keine Obmanndebatte, und Doskozil ist gut beraten, von der Bundespartei die Finger zu lassen, egal wie wackelig Rendi-Wagners Sessel auch scheinen mag.

Immerhin haben wir jetzt den Vergleich zwischen zwei Alleinregierungen in völlig konträren Parteifarben: Rot im Burgenland und Schwarz in Niederösterreich. Wer da wohl besser abschneidet?

Apropos Niederösterreich. Da hält sich die schwarze bzw. türkise Mehrheit ganz locker, mit 52,70% der Stimmen bei der Gemeinderatswahl fest in der Hand der ÖVP. Im Osten nichts Neues, also.

HC Strache – eine Seifenoper

FPOEIn der spannenden Seifenoper “Ibiza und was danach geschah”, in der HC Strache nach wie vor die Hauptrolle spielt, gibt es neue Entwicklungen. Am Freitag ist der Protagonist bei einer Veranstaltung der brandneuen DAÖ aufgetreten, wo er eine Rückkehr in die Politik mittels der nächsten Wahl in Wien weder ausdrücklich angekündigt noch ausdrücklich dementiert hat. In der besten rechten Rhetorikmanier des “Pudding an die Wand nageln”.

Trotzdem war der Auftritt mehr oder weniger eine Wahlwerbung, denn es war alles da was es dazu braucht: Abgrenzung von den anderen, in diesem Fall von den “Alten” (Nur ihr seid wirklich treu!), der altbekannte und -bewährte Opfermythos (Man hat mich hereingelegt!) bis hin zum abschließenden Jubelfeuerwerk (Wir wollen HC).

Das tragische an der Sache ist, dass es wirklich Leute gibt, die kein Problem damit haben, einen scheinbar korrupten Ex-Politiker, der an Korruption nur dann etwas Verwerfliches findet wenn es andere tun, wieder mit neuer Macht auszustatten. Grundsätzlich glaubt der Kiebitzer zwar nicht, dass man vom Kandidaten direkte Rückschlüsse auf den Wähler machen kann, aber in diesem Fall… Wie war das noch mit “Einer von uns”?

Die FPÖ läßt übrigens von den billigen Plätzen ausrichten, dass ihr Ex-Parteivorsitzenden HC Strache ein Egomane mit Selbstüberschätzung sei. Dankeschön auch.

Der Kiebitzer freut sich auf die nächste Folge.

Aus dem Käfig in den Käfig

NiederösterreichSeit Anfang diesen Jahres ist in Österreich die Käfighaltung von Legehennen verboten, nach einer Übergangsfrist von immerhin 15 Jahren. Dieser Tage wurde doch glatt ein Eierproduzent angezeigt, weil seine Hennen immer noch in Käfigen leben. Offensichtlich sind 15 Jahre nicht lang genug, um sich auf neue Gegebenheiten einzustellen.

Soviel zum Thema man müsste den Wirtschaftstreibenden doch nur genügend Anreize geben, sie würden dann schon freiwillig das Richtige tun. Ein besseres Gegenbeispiel hätte man nicht finden können. Mit Dank nach Niederösterreich!

Asyl in Türkis-Grün

Regierung“Es wird neue grenznahe Asylzentren geben.” (türkis)
“Aber SICHER NICHT im Burgenland!” (rot)
“Naja, okay, vielleicht doch nicht…” (türkis)
“Aber sicher doch, sind eh nur ganz klein. Sonst alles wie gehabt.” (grün)

Ja, alles wie gehabt mit der dummen Streiterei zwischen Regierung und Opposition und innerhalb der Regierung… Asyl wird es immer geben, davon kann man ausgehen. Und wo genau die Leute ihren Antrag stellen und wo genau sie auf ihren Bescheid warten, ist herzlich wurscht.

Die beiden Hauptprobleme sehen anders aus:

1. Jeder der nach Österreich möchte schreit lauthals “Asyl”, als ob es die Möglichkeit des normalen Einwanderns nicht gäbe.
2. Es dauert fünf Jahre bis zum Asylbescheid.

Es wäre schön, wenn unsere Regierung diesbezüglich etwas unternehmen würde. Insbesondere No. 2 sieht ja vergleichsweise schaffbar aus. Damit wäre allen geholfen. Nur nicht jenen, die halt ein Feindbild aus dem Osten brauchen. Aber die sitzen eh nicht mehr in der Regierung.

Nachtzug nach Brüssel

umweltGestern ist der erste Nachtzug der ÖBB von Wien nach Brüssel gefahren. Natürlich ganz mediengerecht, mit 10 unserer EU-Abgeordneten an Bord. Das ist richtig nett und grün, und unsere Politiker sind auch genau jene Leute, die am meisten Flugscham haben sollten.

Aber ganz ehrlich, mit einer Reisezeit von knapp über 14 Stunde ist das Angebot für ernsthaft Berufstätige keine dauerhafte Alternative zum Fliegen. (Der Kiebitzer weiß das aus eigener, leidvoller Erfahrung, und er musste im schlimmsten Fall nur 1x pro Woche in den Nachtzug.)

Wenn es ums grüne Gewissen geht, wäre es viel sinnvoller, im Vorfeld festzustellen, ob man sich die Pendlerei nicht überhaupt sparen könnte. Angebote wie Livestreams oder Videokonferenzen übers Internet gibt es ja zur Genüge. Nur sind die halt bei weitem nicht so fotogen.

Lunacek versteht’s nicht

RegierungKaum angelobt, schon macht unsere neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Ulrike Lunacek, wieder von sich reden. Nicht, weil sie mehr Geld für Kulturschaffende fordert. Das gehört schließlich zur Jobbeschreibung. Sondern weil sie sagt, sie verstehe den Nobelpreis für Peter Handke nicht.

Und zwar versteht sie die Auszeichnung nicht wegen Handkes Aussagen zum Jugoslawienkrieg, zu Serbien und insbesondere wegen dessen Rede beim Begräbnis von Milosevic. “Wie kann sojemand den Nobelpreis bekommen”, fragt sie sich. Und damit zeigt sie das typische Denkmuster der Linken, das mit der Toleranz und Weltoffenheit, die sie immer so predigen, ganz und gar nichts zu tun hat: “Es ist alles gut – so lange du so denkst wie wir.”

Man kann zu Handke stehen wie man möchte, zu seinen literarischen Qualitäten und zu seinen politischen Ausbrüchen. Der Kiebitzer hat weder das eine noch das andere gelesen, erlaubt sich also kein Urteil. Fakt ist, Handke hat den Literaturnobelpreis bekommen, also eine Auszeichnung für seine künstlerische Tätigkeit. Für Leute mit fragwürdiger politischer Agenda gibt es immerhin den Friedensnobelpreis.

Frau Lunacek wird gut tun, ihre politischen Ansichten so weit wie möglich von ihrem Amt zu trennen. Kunst ist immer persönlich, oft auch politisch, aber ihre Qualität hängt nicht von der Gesinnung ab. Wenn man auch nur ansatzweise so denkt, ist man leicht wieder auf dem Weg zu den “unerwünschten” Künstlern und zu Scheiterhaufen mit “entarteter” Kunst. Ein Weg, den man nicht noch einmal beschreiten muss.

Angelobung im KZ?

OberösterreichAnscheinend hatte unser Ex-Verteidigungsminister Kunasek die Idee, die Angelobung von Rekruten aus Oberösterreich dieses Jahr am Appellplatz im KZ in Mauthausen durchführen zu lassen.

Das Mauthausenkommittee war dafür, weil es gut ist, dass sich das Bundesheer zu einem freien Österreich bekennt.

Der wissenschaftliche Beirat war dagegen, weil so eine Veranstaltung an so einem Ort nicht die richtige Art ist, sich mit Naziverbrechen auseinanderzusetzen.

Der Kiebitzer sieht das auch so. Rufen wir uns nur kurz die Gelöbnisformel ins Gedächtnis, unter besonderer Beachtung des Teils in Rot:

Ich gelobe, mein Vaterland, die Republik Österreich, und sein Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen; ich gelobe, den Gesetzen und den gesetzmäßigen Behörden Treue und Gehorsam zu leisten, alle Befehle meiner Vorgesetzten pünktlich und genau zu befolgen und mit allen meinen Kräften der Republik Österreich und dem österreichischen Volke zu dienen.

Eine Veranstaltung wie diese, bei der absoluter Gehorsam gelobt wird, an einer Stätte durchzuführen, wo man sieht, wohin das führen kann, ist keine gute Idee, egal ob es davor eine Führung durch Mauthausen gibt oder nicht. Die Grenzen des Gehorsams kann man ja ausloten, aber dies ist dafür nicht der richtige Rahmen.

Und nicht vergessen, dass die Idee von einem FPÖler stammt. Des Kiebitzers erste Reaktion darauf war: Aha, da wollte jemand den Juden etc. zeigen, wo der Bartl den Most herholt… Nein, wirklich nicht der richtige Rahmen für eine solche Veranstaltung.

Die Feier wurde übrigens abgesagt.

Österreich hat zu viel Geld!

RegierungNa servas: Die letzte Regierung hat uns einen Budgetüberschuß von 1,4 Milliarden Euro hinterlassen, ein Abschiedsgeschenk das dreimal so hoch ist wie prognostiziert. Nicht schlecht und: Dankeschön! Man kann sich natürlich darüber freuen, aber es ist auch interessant, sich die Kommentare der einzelnen Parteien anzuschauen, in denen sich die eigene Ideologie perfekt widerspiegelt:

Die ÖVP sieht ihre Annahme bestätigt, dass Sparen und Entlasten ohne dabei neue Schulden zu machen möglich ist. Ja, eh – aber nur, wenn die Konjunktur auch mitspielt mit dem Sebastian!

FPÖ-Kickl sieht eine Verschwörung und meint, die Leute, die das Geld jetzt “gefunden” haben, hätten es vorher auch “versteckt”. Vermutlich in ungekennzeichneten Sporttaschen oder so.

Die SPÖ wittert böses Spiel bei den Koalitionsverhandlungen und denkt, die Grünen wären dabei über den Tisch gezogen worden. Anscheinend hat die SPÖ einschlägige Erfahrung damit.

Und die NEOS glauben schließlich, dass die Steuerlast zu hoch war, was zwar so sein mag, im nachhinein aber immer leicht zu konstatieren ist. Auch hier der Hinweis auf die Konjunktur, übrigens.

Natürlich beteuern jetzt durch die Bank alle Parteien die Notwendigkeit einer Entlastung der Bürger, je höher, desto besser. Geschwind nachgerechnet haben wir 1,4 Mrd EUR / 8,8 Mio Einwohner macht 159 EUR/Kopf. Einmalig. Entweder können die alle nicht rechnen, oder der Kiebitzer versteht unter einer “echten” Entlastung etwas völlig anderes.