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Privates Konterfei

OberösterreichEs ist eine liebgewordene Tradition, daß in vielen öffentlichen Gebäuden Österreichs ein Konterfei des gegenwärtigen Bundespräsidenten aushängt. Insbesondere in Schulen ist das üblich, dort hängt in jeder Klasse ein Bild von ihm; und wenn sich der Kiebitzer richtig an seine Volksschulzeit erinnert (pardon, ist schon etwas länger her), dann gab es dort außerdem noch den Bundesadler sowie den steirischen Panther. Dafür kann er sich aktiv nicht an ein Kreuz ob mit oder ohne Korpus erinnern, der Verein war ihm anscheinend damals schon wurscht.

Egal, es geht hier um den Bundespräsidenten und darum, daß man ihn erkennen möge wenn er sich das nächste Mal aus der Hofburg traut. Und dazu hat ein (Spaß?) Bürger dieser Tage den folgenden Beitrag geleistet:

In Wels ist ein Brief aufgetaucht, in welchem kundgetan wird, daß ab sofort ein Konterfei von UHBP auch in jedem Privathaushalt hängen muß. Und bevor jemand auf komisch-abfällige Gedanken kommt und im kleinsten Raum der Wohnung der Aufforderung nachkommen möchte, heißt es im Schreiben es wäre ein “geeigneter Platz, z.B. im Wohnzimmer oder der Küche” vorzusehen. Das ganze wird garniert mit einem Briefkopf des Innenministeriums, Verweisen auf (nicht existente) Gesetzblätter, und einem Hinweis, daß die Gemeinde Wels Nachschau tätigen wird, Strafandrohung bei Mißachtung gleich inklusive.

Selten so gelacht, dankeschön! Der Kiebitzer findet das genial! Weil daß so ein Schreiben ein Witz ist, war hoffentlich auch für die Dümmsten sofort offensichtlich. Das Tüpfelchen auf dem i, das dem Kiebitzer am besten gefallen hat, ist, daß dem Brief ein Bild von UHBP gleich beigefügt wurde. So kann dann jeder, abhängig von der eigenen politischen Überzeugung, ganz unkompliziert dem Bildnis den entsprechenden Rahmen geben…

Aufstände

OberösterreichIn der Oberösterreichischen Landesregierung ist keine einzige Frau vertreten. Der Kiebitzer ist jetzt kein großer Fan von Frauenquoten – entweder Frau oder Mann ist qualifiziert, oder halt nicht. Aber daß es in der gesamten blau-schwarzen Politlandschaft Oberösterreichs keine einzige qualifizierte Frau gibt, kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen, obwohl er einsehen muß, daß die andere Anordnung der Geschlechtsorgane nicht selten als (einziges) Disqualifikationsmerkmal von Frauen herhalten muß.

Neu und Altlandeschef Pühringer verteidigt seine Entscheidung damit, daß es irgend einen Aufstand ohnehin gegeben hätte, was auf gut Deutsch dann wohl heißt daß man mit ein paar unorganisierten Weibern leichter fertig wird als mit dem mächtigen Bauernbund. Noch dazu wo ein Hofieren des letzteren den Machterhalt der ÖVP zumindest bis auf weiteres garantiert.

Angesichts der nackten Zahlen – Anzahl der Bauern vs. Anzahl der Frauen in Österreich – sollte das nachdenklich stimmen. Oder doch nicht? Warum ist die Frauenlobby eigentlich so verdammt zahnlos, als würden Frauen und deren Bedürfnisse oder Ideen nicht zählen? Der Kiebitzer sieht das auch im eigenen Bekanntenkreis: Den Herren gehts allen beruflich und privat sehr gut (von leichten Anflügen der Midlifecrisis einmal abgesehen) während alle Damen unter Mehrfachbelastungen stöhnen und unter der (geistigen) Abwesenheit ihrer Partner.

Vielleicht liegt es ja wirklich daran: Wenn frau sich zuhause schon nicht durchsetzen kann, daß ihr Partner die Waschmaschine nicht nur reparieren sondern auch bedienen muß, wie soll sie das erst anderswo, in einer Führungposition, oder erst einmal: auf der Leiter dorthin? Bis Frauen gelernt haben sich durchzusetzen, auch auf Kosten der Harmonie, wird weiterhin gelten: Der Papa weiß alles besser – und richten kann er sich’s sowieso.

Der Wiederholungsfall

OberösterreichOberösterreich hat gewählt – und man darf sich schon zum zweiten Mal fragen ob das ein Deja-vu war: Wieder wurden die Regierungsparteien abgestraft – in diesem Fall die ÖVP mit mehr als 9% und 7 Mandaten weniger – und wieder waren die Freiheitlichen die großen Gewinner, mit 15% mehr und einer glatten Verdoppelung ihrer Stimmen. Und der Kiebitzer ist schon wieder schockiert, fragt sich nur wie lange noch.

Immerhin war die Wahlbeteiligung mit fast 82% ziemlich gut; andererseits sind 30% davon für die FPÖ, also immerhin die Stimmen von 264000 Oberösterreichern, auch ein deutliches Zeichen. Wofür, darüber wird schon diskutiert. Angeblich wäre es die momentane Flüchtlingsmisere gewesen, die den Rechtsruck ausgelöst hat, und nicht irgendwelche internen Probleme mit der Landespolitik. Naja, was auch immer die Wahlverlierer besser schlafen läßt. Was genau waren noch schnell die Außeneinflüsse bei den Wahlen in der Steiermark und im Burgenland?

Aber egal. Der Kiebitzer wartet noch auf die Wahlergebnisse in Wien bevor er sich noch weiter aufregt – sonst muß er sich glatt in 2 Wochen noch einmal wiederholen.