Lunacek versteht’s nicht

RegierungKaum angelobt, schon macht unsere neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Ulrike Lunacek, wieder von sich reden. Nicht, weil sie mehr Geld für Kulturschaffende fordert. Das gehört schließlich zur Jobbeschreibung. Sondern weil sie sagt, sie verstehe den Nobelpreis für Peter Handke nicht.

Und zwar versteht sie die Auszeichnung nicht wegen Handkes Aussagen zum Jugoslawienkrieg, zu Serbien und insbesondere wegen dessen Rede beim Begräbnis von Milosevic. “Wie kann sojemand den Nobelpreis bekommen”, fragt sie sich. Und damit zeigt sie das typische Denkmuster der Linken, das mit der Toleranz und Weltoffenheit, die sie immer so predigen, ganz und gar nichts zu tun hat: “Es ist alles gut – so lange du so denkst wie wir.”

Man kann zu Handke stehen wie man möchte, zu seinen literarischen Qualitäten und zu seinen politischen Ausbrüchen. Der Kiebitzer hat weder das eine noch das andere gelesen, erlaubt sich also kein Urteil. Fakt ist, Handke hat den Literaturnobelpreis bekommen, also eine Auszeichnung für seine künstlerische Tätigkeit. Für Leute mit fragwürdiger politischer Agenda gibt es immerhin den Friedensnobelpreis.

Frau Lunacek wird gut tun, ihre politischen Ansichten so weit wie möglich von ihrem Amt zu trennen. Kunst ist immer persönlich, oft auch politisch, aber ihre Qualität hängt nicht von der Gesinnung ab. Wenn man auch nur ansatzweise so denkt, ist man leicht wieder auf dem Weg zu den “unerwünschten” Künstlern und zu Scheiterhaufen mit “entarteter” Kunst. Ein Weg, den man nicht noch einmal beschreiten muss.

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